Dienstag, 19. Juli 2011

kleine Empfehlung.. für alle Marshall McLuhan Fans unter uns :)

am 21. Juli wäre McLuhan 100 Jahre alt geworden. Zu seinem Geburtstag sendet oe1 ein 4-teiliges Radiokolleg. Teil 1und 2 gibt es zum nachhören, 3 und 4 stehen noch aus.

wirklich empfehlenswert :)

Dienstag, 28. Juni 2011

Auf der Suche nach der Erinnerung..

H|Soz|und|Kult

Viel verschiedenes - Ankündigung, konferenz oder auch einfach Rezensionen..hier jeweils ein ausgewähltes Beispiel: H-Net

dieses hier erwies sich als weit umständlicher zur Recherche. Ich muss auch zuegeben, ich hab es in meiner bisherigen studiezeit eher nur selten verwendet. Meist nur dann, wenn ich schon eine spezifische Auslegung eines Themas hatt und eventuell mehr Infos zu einer Publikation etc gesucht habe. In dem jetztigen Fall war ich mir nicht so sicher wie ich die Ergebnisse verwerten kann (v.a. für das LV-Wiki)
  • interessante Listen wären, h-memory, h-holocaust, h-film oder auch h-war
Auch hier geht es ja vor allem um Rezensionen, Konferenzen, Call for Papers...aber vor allem soll ja die Kommunikation untereinander gefördert werden..und das tut es. Es ist spannend zu beobachten, was sich im geschichtswissenschaftlichen Kosmos zu einem bestimmten Thema tut, wer was zurzeit zu welcher Frage forscht, publiziert ..

(to be continued..)

Mittwoch, 15. Juni 2011

Erinnerung per Definitionem..

Brockhaus
Erinnerung: Gespeicherte Information, die aus dem Gedächtnis abgerufen wird oder unbeabsichtigt ins Bewusstsein dringt
Erinnerungskultur wird definiert als Schlüsselbegriff (geprägt durch Assmann) der politischen und kulturelles Diskussionen um die Funktion von kulturellen Mustern der Erinnerung sowie die Bedeutung von Gedächtnis und Erinnerung; es nimmt der Umgang mit Geschichte und vergangenheit im kollektiven Rahmen eine zentrale Rolle ein.

Encyclopædia Britannica:
memory, the encoding, storage, and retrieval in the human mind of past experiences.

The fact that experiences influence subsequent behaviour is evidence of an obvious but nevertheless remarkable activity called remembering. Memory is both a result of and an influence on perception, attention, and learning. The basic pattern of remembering consists of attention to an event followed by the representation of that event in the brain. Repeated attention, or practice, results in a cumulative effect on memory and enables activities such as a skillful performance on a musical instrument, the recitation of a poem, and reading and understanding words...



Ein weiterer Weg führte mich zu Zedler's Universallexikon. Das von Johann Heinrich Zedler verlegte Universal-Lexicon ist wohl das umfangreichste enzyklopädische Werk, das im Europa des 18. Jahrhunderts hervorgebracht wurde. In den 64 Bänden des Lexikons befinden sich rund 284.000 Artikel und 276.000 Verweisungen. Beeindruckend oder?
Da das Universal-Lexicon zahlreiche Artikel enthält, die zuvor in Speziallexika erschienen waren, stellt es eine bedeutende Quelle für das Wissen dieser Zeit dar. Die Autoren der Artikel, die eigens für das Universal-Lexicon geschrieben wurden, sind bis heute weitgehend unbekannt.
Außerdem ist es online verfügbar - und zwar hier!
Aber nun zurück zur Erinnerung..
[…]Es geschiehet dieses auf zweyerlen Art: Einmahl erinnert man sich dererjenigen Dinge, die man gegenwärtig findet; das andre mahl bringet man die ideen wieder hervor, deren Empfindung allbereit vergangen ist, und welche das Gedächtnis gleichsam verwahret. Nach der ersteren Art entstehen alle begriffe. Man erinnert sich dessen, wan man empfunden, und gehet die Leidenschafft an dem verstande vorher, und die Wirkung des Verstandes folget alsdann herauff […]

Wikipedia...darf in dieser Liste auch nicht fehlen.
Der Artikel Erinnerung ist eigentlich nur eine Überblicksseite zum thema erinnerung bzw. wo man diesen Begriff verwendet wie in der Psychologie, als anderes Wort für Bewusstsein, für die Memoiren einer Person etc.. und verweist auch weiter auf andere spezifischerer Themen,welche sich mit erinnerung beschäftigen - was mich auch gleich zum nächsten bringt: Erinnerungskultur!
[...]Erinnerungskultur bezeichnet die Gesamtheit der Verhaltenskonfigurationen und sozial zugelassener oder erworbener Umgangsformen einer Gesellschaft oder Gruppe damit, Teile der Vergangenheit im Bewusstsein zu halten und gezielt zu vergegenwärtigen. Im Zentrum stehen dabei in erster Linie die kollektiven wie subjektiven Wahrnehmungen historischer Zusammenhänge aus einer aktuellen Perspektive, weniger die Darstellung historisch-objektiven Wissens. Es kann zwischen einer privaten und einer öffentlichen Erinnerungskultur sowie deren jeweiligen regelmäßigen und ereignisbasierten Elementen unterschieden werden. Markant für eine Kultur des Erinnerns ist, dass kollektive Wahrnehmungen die subjektiven Wahrnehmungen prägen. Einfluss auf die Erinnerungskultur haben gesellschaftliche Auseinandersetzungen, Verhältnisse und Probleme.[...]

sieh an, sieh an..

Montag, 30. Mai 2011

schlagwort zum erfolg..oder auch nicht ;)?

Hinab in die Tiefen von Historical Abstracts...
Versuch I: probieren wir mal 2 deutsche Schlagwörter: "erinnerungskultur" und "Medien"
Treffer? Einen.
  • Film und Fernsehen als Medien der gesellschaftlichen Vergegenwärtigung des Holocaust: Die deutsche Erstausstrahlung der US-amerikanischen Fernsehserie Holocaust im Jahre 1979.
    Autorin ist Sandra Schulz, welche sogar ihre Mail adresse zu näheren Info hinterlegt hat. Der Artikel erschien in "Historical Social Research" im Jahr 2007, Vol. 32 Issue 1, p189-248, 60p.
    Inhaltlich liegt der Fokus auf der sozialen Adaption des Films 1979 in Deutschland, im Bezug auf die Wahrnehmung des Antisemitismus "heute". Die Zeitschrift selbst liegt gleich an mehreren Stellen der Uni Wien - u.a. in der FB Zeitgeschichte (signatur: Z-421), Archiv der Universität Wien (Signatur: E-3636), FB Geschichtswissenschaften (Signatur: Z 211), FB Soziologie u. Politikwiss., I. f. OE. Geschichtsforschung (Signatur: K-2383).
    Entlehnung -da Zeitschrift - natürlich nicht möglich, sondern Vor Ort benutzbar..Ausnahme natürlich das IföG.. welches überhaupt erst vor Ort informiert ;)
so nun auch mal der internationale Versuch:

Versuch II: "memory", "media" und "web 2.0". Treffer? Zero.

Versuch III: etwas weniger enthusiastisch..."memory" und "media". Treffer? 247! keine chance.

Versuch IV: wieder mit etwas mehr Hoffnung: "memory", "media" und "web". Treffer? wieder einen. aber einen anderen als oben ;)

also los:
  • MULTI-MEDIA HISTORY. von Ian Fitzgerald, erschienen in History Today; Dec97, Vol. 47 Issue 12, p52, 4p. Naja..der Artikel beinhaltet verschiedenen Materialen zum Thema geschichte und Multimedia, Website über Geschichte zum Beispiel oder Computerprogramme über Gecshichte (was mag das wohl sein?)..aber seien wir mal fair, der Artikel ist ja auch 1997 entstanden..
    und zu finden ist er gleich im Anhand als Volltext ;) das ist allerdings nett. man kann es sich auch anhören ..und nebenbei den bevorzugen Akzent wählen. an der Uniwien ist der gedruckt nicht vorhanden.
also zurück zu den 247 Treffern, vielleicht ist da ja doch was zu finden
  • tatsächlich... MEDIEN ZWISCHEN FICTION-MAKING UND REALITÄTSANSPRUCH - KONSTRUKTIONEN HISTORISCHER ERINNERUNG. Geschrieben von Felix Westrup, erschienen bei Bohemia; 2009, Vol. 49 Issue 2, p454-495, 5p. Und behandelt wie verschiedene Medien mit dem Begriff Geschichte umgehen. Zu Finden in der FB Geographie u. Regionalf. , FB Geschichtswissenschaften (Z 143), FB Rechtswissenschaften, FB Zeitgeschichte (A-81), Hauptbibliothek (hier auch zum entlehnen: Sig.:II-708991)
  • und dann wäre da noch : Öffentliche Erinnerung und Medialisierung des Nationalsozialismus: Eine Bilanz der letzten 30 Jahre. Von Thomas Vordermayer erschienen bei H-Net Reviews in the Humanities & Social Sciences; Nov2009, p1-5, 5p. es werden die Ergebnisse einer Konferenz in Dachau, oct. 2009, gezeigt. Schlagwort: Massenmedien, kollektives Gedächtnis, lernen und lehren zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust. Aber leider nicht an der Uni Wien zu finden, müsste aber online im H-net sein oder?
na das war doch erfolgreicher, als ich anfangs dachte...

Freitag, 20. Mai 2011

Bänke, Daten .. - Datenbanken!

Diesmal führt mich meine Suche nach weiterführenden Informationen, zum Thema "Erinnerung und Medien" , hinein in den virtuellen Datenbanken-Irrgarten der Uni Wien. Dieses Service nutze ich eigentlich so gut wie nie, und bin mir daher nicht sicher ob ich es richtig handhabe.
Mein erster Schritt ist, die für mich interessant erscheinenden Rubriken der Sammlung durchzusehen und mir die passenden Datenbanken heraus zu suchen:

nun denn..los gehts:
  • ISM - Informationssystem Medienpädagogik: Diese Datenbank enthält deutschsprachige Literaturnachweise zum Themengebiet Medienpädagogik. Die Themenkomplexe umfassen im einzelnen: Medienpädagogik, Medienkompetenz, Medienforschung, Medienpolitik, Fernsehen, Computer und Internet im Bildungswesen, Medien für die Bildungspraxis, Jugendmedienschutz.
    Hier finden Sie Literatur zu "Video und Gewalt", "Internet und Schule" oder "Schulen ans Netz" u.v. Sie wird dem Ressort Pädagogik und Bildungswissenschaft zugeordnet
  • Historical Abstracts Full Text (EBSCO; Testzugang auf Full Text bis 16.7.2011): Ein bekanntes gesicht für eine Gecshichtestudentin. Die Datenbank Historical Abstracts ist eine der wichtigsten Referenzwerke im Bereich der Geschichtswissenschaften.
    Historical Abstracts beinhaltet Zeitschriftenartikel, Aufsätze aus Sammelwerken, Monografien und Dissertationen zur Geschichte aller Länder ab 1450 bis zur Gegenwart. Alle Titel sind mit Abstracts versehen. Die Titelauswahl ist international, wobei der Schwerpunkt bei der Literatur in europäischen Sprachen liegt.
  • Monasterium: Virtuelles Archiv mitteleuropäischer Klöster und Bistümer : Als Beispiel für Kollaboratives Arbeiten im Web 2.0 ;) Transkripieren für alle, Urkunden lebendig halten etc...da soll noch einmal jemand behaupten, die Mediävisten hätten dden Weg ins web 2.0 nicht gefunden. Von einer solchen Menge an erreichbaren digitalen Quellen kann man im Bereich der Zeigschichte nur träumen (gut - hier erübrigt sich die leidige Diskussion mit dem Datenschutz.. ;))
    Auf www.monasterium.net steht derzeit ein virtuelles Archiv mit 120.000 Urkunden aus Mitteleuropas Klöstern und Bistümern für die breite Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung.. Basis dafür ist die Zusammenarbeit zahlreicher Staats-, Landes-, Bistums- und Klosterarchive.
  • Austria-Forum
    Weitere Titel: Das Österreichische Wissensnetz
    Österreichische Internet-Enzyklopädie
    AEIOU Österreich-Lexikon/ Hrsg: Technische Universität Graz, Institut für Informationssysteme und Computer Medien (IICM)
    Wie bei Wikipedia ist hier das mitarbeiten möglich/ Das Austria-Forum ist eine Lexikon-Sammlung. Das bereits vor Jahren ebenfalls an der TU Graz entwickelte Österreich-Lexikon AEIOU wurde in ergänzter und aktualisierter Form eingebaut. Alle Einträge im Bereich der Wissenssammlungen werden redaktionell überprüft und können voll zitiert werden.
    Der Community-Teil kann von jedermann mitgestaltet werden. Das Arbeiten in geschlossenen Benutzergruppen (etwa für Schulklassen, Clubs oder Freundeskreise) wird ebenfalls möglich sein.
Die Datenbank Austria Forum und Monasterium.net finde ich besonders interessant, weil sie einen Arbeitsprozess im web 2.0 darstellen und mitverfolgen lassen - und das in verschiedenen Bereichen ;) während die anderen beiden - nicht minder interessant - eine große Hilfe sind um den aktuellen Forschungsstand im Auge zu behalten.

Dienstag, 12. April 2011

Stichwort: Erinnerung?

Schlagwortsuche im österreichischen Verbundkatalog:
  • Erinnerung + Medien
  • liefert knapp 1000 Ergebnisse - nähere Definierung erforderlich
  • Erinnerung + Medien + Gedächtnis
  • immernoch etwa 350 Ergebnisse - es ist zwar schon viel brauchbares dabei, aber immer noch zu weit gestreut
  • Erinnerungskultur + Medien + Gedächtnis
  • 111 Treffer - aber thematisch noch nicht sehr eingegrenzt
  • Erinnerungskultur + Medien + Gedächtnis + Holocaust
  • 30 Treffer - scheinbarer Schwerpunkt bei Literatur und Fotografien aber auch viele brauchbare Ergebnisse wie zB J. und A. Assmann
  • Erinnerungskultur + Medien + Gedächtnis + Nationalsozialismus
  • ebenfalls 30 treffer - kaum Unterschiede zum obrigen Ergebnis

Auf den "ersten" Blick interessante Werke:
  • Die NS-Diktatur im deutschen Erinnerungsdiskurs
    Bergem, Wolfgang [Hrsg.]
    Opladen; Leske + Budrich 2003
  • Erinnerungskultur 2.0 : kommemorative Kommunikation in digitalen Medien
    Meyer, Erik [Hrsg.]
    Frankfurt am Main [u.a.]; Campus 2009
  • Medien des Gedächtnisses Assmann, Aleida [Hrsg.]
    Stuttgart [u.a.]; Metzler 1998
  • Vergessenes Erinnern : Medien von Erinnerungskultur und kollektivem Gedächtnis
    Steinberg, Swen [Hrsg.]
    Berlin; wvb, Wiss. Verl. 2009
  • Öffentliche Erinnerung und Medialisierung des Nationalsozialismus : eine Bilanz der letzten dreißig Jahre
    Paul, Gerhard [Hrsg.] Göttingen; Wallstein 2010
  • Das kulturelle Gedächtnis an der Milleniumsschwelle : Krise und Zukunft der Bildung
    Assmann, Aleida
    Konstanz; UVK, Univ.-Verl. Konstanz 2004
  • Erinnern und Vergessen : die Macht des Gedächtnisses
    Österreichischer Rundfunk / Hörfunk
    Wien; ORF 2007
  • Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen : eine Einführung
    Erll, Astrid
    Stuttgart [u.a.]; Metzler 2005

Freitag, 8. April 2011

unsicherheit der themenwahl oder Erinnerung vs. Kaffehaus?

momentan sitze ich sozusagen zwischen den stühlen.

einerseits würde ich gerne mein zweites wohnzimmer - das wiener kaffeehaus- zum thema wählen. andererseits würde ich mich auch gerne mit dem Thema "Medien und ihre Auswirkungen auf die Erinnerungskultur im 21. Jhd" beschäftigen.

ersteres habe ich ja neulich schon angedacht, zum zweiten Thema werde ich es jetzt nachreichen.

ich möchte hier vor allem die Perspektive auf den Gegenstandsbereich Nationalsozialismus und Holocaust bezogene Websites legen, beispielsweise "Letter to the Stars.Interessant fände ich auch den Einfluss kommunikativer Erinnerungsprozesse auf die Erinnerungskultur im medialen/digitalen Raum wie zB Facebook oder auch bei Wikipedia. Das besondere dieser Erinnerungsorte ist, dass sie nicht lokal begrenzt sind.

Fragestellung könnten u.a. sein:
  • Wie verändert das Internet die heutige Erinnerungskultur?
  • Wie und was wird im Netz erinnert?
  • kann man bei webseiten eigentlich von Erinnerungsorten sprechen?
  • was sind die wesentlichen Charakteristika dieser Seiten ?
  • Wie geht man mit "virtueller" Erinnerung um?
  • und wie passt sie in die vorherrschende Mischung aus Verdrängung und Erinnerung in Österreich? einordbar? ein neuer Weg?
  • und schließlich natürlich auch: wer ist eigentlich die "Zielgruppe"? hält es Einzug in den Schulen? oder findet es nur im privaten Raum statt? und was passiert beim Zusammentreffen der Generationen?
  • Welche Chancen und Risiken sind mit dieser Entwicklung verbunden?

schwierig, schwierig. so viele Fragen

Interessante Institutionen könnten hierfür lt. Clio online und Infonet sein:
  • Stiftung Topographie des Terrors, Bibliothek - Berlin
  • Virtual Library Geschichte Zeitgeschichte - Hagen
  • Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" - Berlin
  • DÖW - Wien
  • Institut für jüdische Geschichte Österreichs - St. Pölten
  • Ludwig Boltzmann-Institut für Gesellschafts- und Kulturgeschichte
    c/o Institut für Geschichte, Abteilung Allgemeine Zeitgeschichte der Universität Graz
  • Universität Wien: Institut für Zeitgeschichte, HB, Institut für Geschichte, WISO

Donnerstag, 7. April 2011

in (m)einem Wiener Kaffeehaus I

Der große Spiegel am Ende des Raums, vor dem ein Pianino steht..

Das nur auf den Sonntag wartet – um wieder bespielt zu werden..

Über ihm an der Decke thront eine Uhr inmitten der Holzverkleidung..

Die Zeiger bewegen sich ständig, alles ist im Wandel..

in (m)einem Wiener Kaffeehaus

und doch scheint es als ob hier drinnen im Kaffeehaus sich nichts ändert. Es ist egal ob die Uhr „richtig“ oder „falsch“ geht, es spielt keine Rolle. Die Ober schweben mit ihrer leicht ärgerlichen Arroganz durch den Raum, werfen ab und zu einen entsetzten Blick auf die Touristen, die den Unterschied zwischen kleinem Braunen und Melange nicht verstehen und einfach nur eine Tasse Kaffee bestellen.

Ab und zu werden Stammgäste quer durch das Kaffeehaus laut rufend begrüßt -

„eh das Übliche?“

Auch mich kennen sie hier schon.

„Eine Melange nicht wahr?“ Ich muss lächeln

„Ja bitte, und einen Topfenstrudel“ (der ist hier nämlich am besten in ganz Wien)

Dann huscht ein Lächeln über das Gesicht der Dame, wohl verbunden mit der Hoffnung, dass mit jedem Besucher, der dieses schöne alte Wiener Kaffeehaus schätzt, die Chance steigt, dass es diese stürmischen Zeiten der Hektik und Modernisierung überstehen wird – und zwar als das was es ist. Als Ort, der keine Zeit kennt, der sich den Menschen widmet als Zufluchtsstätte vor dem Alltag und ihnen die Möglichkeit bietet, den Dingen Platz einzuräumen, für die sonst wenig Zeit bleibt: Dem Lesen, dem Kaffeegenuss und dem Austausch mit Freunden – eben Dinge, die abseits der vergangenen Jahre sich nicht geändert haben.

Die Wände sind gespickt mit Erinnerungen an längst vergessene Zeiten, als Peter Altenberg über die Tante Jolesch sprach, und Heimito von Doderer in Gedanken über die Strudelhofstiege wandelte.

Hier konnte man träumen und den eigenen Gedanken nachhängen, quer ber die Tische diskutieren und ständig auf neue Leute treffen. Neulich Abend saß ich mit der Wochenzeitung meines Vertrauens wieder einmal an meinem Stammplatz am Fenster, da drehte sich ein netter älterer Herr (nur um niemandem anzugreifen, besagter Mann war um die 70 und eine Mischung von Michael Caine trifft Peter Simonischek) zu mir um und fragte mich, ob ich mit ihm gemeinsam meinen kaffee trinken möchte - er plaudere gern im Kaffeehaus und besagte Zeitung habe er auch gelesen.

Dieses Erlebnis brachte mich auf die Idee, die Rolle des Wiener Kaffeehaus' als Informationsort zu betrachten. Ich bin gespannt was ich finden werde - Vielleicht kann ich ja eine Verbindiungstür zur "guten alten Zeit" vor der Invasion von Starbucks und Co finden?

Wer traf sich wo?

Was waren Themen?

Wie "vertraut" ist das geliebte zweite Wohnimmer?

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